Junge Leute helfen e. V.

Weihnachtssammelaktion am 1. und 8. Dezember

 

Gesammelt werden:

 

Grundnahrungsmittel: Zucker, Reis, Mehl, Nudeln, Öl, Milchpulver,

Babynahrung, Hygieneartikel, Spiel/Babysachen und Kinderkleidung

113 Pfarreien kämpfen gegen Armut auf dem Balkan


„Junge Leute helfen“ ruft zum 27. Mal zur Weihnachtshilfsaktion auf

Kirchliche Gruppen bitten um Geld- und Sachspenden – Sammeltage am 1. und 8.12.


Chiemgau/Rupertigau. Bereits zum 27. Mal formieren sich kirchliche Gruppen wie Landjugend, Pfadfinder, Burschenvereine, KJG, CAJ, KAB, Kolpingfamilie, Landvolk, Frauengemeinschaften und Frauenbund, Pfarr-Caritasvereine sowie Pfarrgemeinderäte aus 113 Pfarreien zwischen Inn und Salzach, um mit einem Hilfsaufruf für den Balkan erneut bittere Not zu lindern. Am 1. und 8.12. werden Hilfspakete angenommen und weitere Lkw starten. Mit Hausbauprojekten, Bildungspatenschaften und Tierspenden soll zudem nachhaltig geholfen werden. Dass diese Hilfe ankommt, dokumentieren allein 60 Hilfstransporte im letzten Jahr.

Die Staaten des Balkan befinden sich in einem Transformationsprozess: Die allgegenwärtige Arbeitslosigkeit, Korruption und die tägliche Sorge ums Leben wecken die Sehnsucht auszuwandern. Die Jugend ist zunehmend gebildeter und fordert Veränderungen. Die Kooperationspartner und Helfer der Caritas vor Ort in Bosnien, Kosovo, Albanien und Montenegro setzen sich für den Verbleib ihrer jungen Menschen ein, um das Ausbluten der Gesellschaft zu verhindern. Jedes Hilfspaket gibt Hoffnung.

Das Kosovo ist Schwerpunkt dieser humanitären Hilfe. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 10 % von Deutschland weiterhin das Armenhaus Europas. Die fehlende Industrialisierung und die hohen Kriegsschäden führten zu einer Verarmung. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 60 %, die Sozialhilfe ist minimal, so dass ein großer Bevölkerungsteil nach wie vor auf Hilfe von außen angewiesen. Mit Ausbildungsprojekten, Solidaritätsgruppen und Jugendanimationen versucht die Caritas Kosovo dagegen zu wirken. In 24 Verteilstellen werden zudem seit 20 Jahren die Hilfsgüter von „Junge Leute helfen“ im ganzen Land regelmäßig an über 10.000 Bedürftige verteilt.

Bosnien: Auch hier leiden die Menschen unter Korruption und jahrelanger Perspektivlosigkeit. Mit „Essen auf Rädern“ wird täglich in Warmhalteboxen an vielen zentralen Plätzen der Stadt Sarajevo den Menschen signalisiert, dass sie trotz ihrer sozialen Not nicht vergessen sind. Gemeinsam mit der Caritas Sarajevo konnte zudem hunderten Familien mit Schweinen, Kühen und Futter nachhaltig geholfen werden. Unter dem Kennwort „Der gute Hirte“ können die Spender konkret mit 150 € ein Schwein, mit 100 € ein Schaf oder mit 1.000 € eine Kuh zur dauerhaften Lösung beitragen und den Exodus der Menschen nachhaltig verhindern.

Albanien. Die Familien in den Bergregionen Albaniens leben in bitterer Armut, Bildung können sich nur wenige leisten. Durch Bildungspatenschaften von 100 Euro monatlich können sich insbesondere Mädchen ihren Traum eines Studiums oder einer Berufsausbildung verwirklichen. Damit bietet sich ihnen eine Chance, etwas in ihrem Land zu bewegen. So studiert beispielsweise der 18-jährige Romario Medizin und möchte Arzt werden. Hart sind dort auch die Winter mit bis zu 3 Meter Schnee. Viele Häuser sind oft feucht und dem Verfall Preis gegeben. Viele verlassen dann ihre Dörfer. Die Aktion hilft bei der Instandhaltung der Dächer oder in Härtefällen beim Neubau. Um die Landflucht zu verhindern, bauen Teams von Jugendlichen aus dem Chiemgau ein Haus, berühren so Herzen und sind stolz, konkret anpacken zu können. Eine Ambulanz, Hauswirtschaftsschule und mehrere Kindergärten gehören außerdem zu den Projekten in Fush Arrez in diesem Entwicklungsland. Alle 2 Wochen werden außerdem an 320 der ärmsten Familien Lebensmittel ausgegeben.

Montenegro. Wie auch in den anderen Balkanländern geht viel Hilfe an Sozialeinrichtungen für die Schwächsten der Gesellschaft. In Montenegro gehören die 200 Waisen des Waisenheimes in Bijla, die 250 geistig Kranken der Psychatrie in Dobro oder 270 Senioren im Altenheim von Risan sowie die vielen Behinderten, die in 14 Gruppen organisiert sind zu den Empfängern. Bis zu 25 Sozialeinrichtungen werden laut Pfarrer Coric von der Caritasstation Kotor durch die Chiemgauer Initiative versorgt.

Kroatien. Schlangen von Bedürftigen stehen auch an der Armenküche in Zagreb. Hier verteilen die Franziskaner täglich mit Hilfe aus dem Chiemgau an 600 Bedürftige eine warme Mahlzeit, denn auch hier sind durch die Finanzkrise und Arbeitsplatzverluste viele in die Armut abgerutscht.

Damit diese Hilfe weitergeht, kann auf das Zentralkonto mit dem IBAN DE17 7016 9165 0801 8430 60 der Pfarrkirchenstiftung Obing bei der Raiffeisenbank Chiemgau-Nord (BIC: GENODEF1SBC) eingezahlt werden. Bei Angabe der Adresse werden gerne Spendenquittungen ausgestellt. Vorrangig benötigt werden Grundnahrungsmittel wie Zucker, Speiseöl, Mehl, Nudeln, Reis oder Babynahrung, die im Großhandel günstig gekauft werden können. Sachspenden in Form von Kleidung, Spielzeug, Windeln sowie Baby- und Kindersachen sollen unbedingt möglichst in Bananenkisten verpackt am 1. oder 8. Dezember an den bekannten Sammelstellen abgegeben werden. Diese Hilfe funktioniert aber nur, wenn auch Beiträge zu den Spritkosten geleistet werden und so hoffen an den Abgabeorten Spendenschweinchen auf einen Beitrag in Höhe von 4 – 6 € pro Paket. Weitere Auskünfte erteilen alle Pfarrämter sowie die Ortverantwortlichen der einzelnen Gemeinden.

Wir über uns:

Die erste Idee zur Unterstützung von Flüchtlingen in Kroatien entstand im Herbst 1992 im Freundeskreis von jungen Erwachsenen und Jugendlichen aus dem Raum Obing und Umgebung. Inzwischen hat sich diese Aktion auf 77 Pfarreien im Chiemgau und Rupertigau zwischen Inn und Salzach ausgedehnt. Getragen werden die Aktivitäten durch Gruppen wie der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB), Pfarrjugend, Jugend 2000, Katholischer Frauenbund, Katholische Frauengemeinschaft, Kolpingfamilie, Katholische Arbeiterbewegung (KAB), Katholische Landvolkbewegung, Katholischer Burschenverein, Pfarr-Caritasverein, Pfadfinder (KPE), Pfarrgemeinderäten und Pfarrämtern sowie zahlreiche aktiven Christen.

Nach anfänglichen Verteilaktionen in Sisak und Zagreb konnte man durch die treue und rege Unterstützung der Bevölkerung die Hilfeleistungen ab den Kriegswirren im Jahre 1999 auf die Länder Kosovo, Albanien und Montenegro erweitern. Seither starten etwa wöchentlich Sattelzüge mit Hilfsgütern zu 6 Caritasstationen, wo an mehr als 10.000 Arme und Flüchtlinge verteilt wird. In der kroatischen Hauptstadt Zagreb wird so in einer Armenküche beispielsweise täglich an 650 - 700 Arme verteilt. Das Zentrallager der Aktion befindet sich in der „Alten Salzhalle“ in 83361 Kienberg, die von der Gemeinde Kienberg seit 1998 kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Neben ca. 24.000 Bananenkisten an Kleidung, Spielzeug, Schuhen und Lebensmitteln, die von
den 77 Pfarreien in der Adventszeit gesammelt werden, sind Geldspenden für die gestiegenen Transportkosten und den Kauf von wichtigen Grundnahrungsmitteln (wie Öl, Zucker, Mehl, Reis, Nudeln) oder Hygieneartikeln sehr wichtig. Dazu sind bei 50 Banken vor Ort Spendenkonten eingerichtet. Der überwiegende Teil der Lebensmittelsendungen wird aber dank der großzügigen Unterstützung von Firmen wie Hipp Babynahrung, Adelholzener, Danone, Bergader Privatkäserei, Bernbacher, Gronbach und zahlreicher weiterer Hersteller ermöglicht.

Bisher wurden über 600 Hilfstransporte durchgeführt und der Bau von mehreren sozialen Einrichtungen als „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglicht. „Liebe wächst durch Liebe“ schreibt Papst Bendikt XVI. in seinem Rundschreiben „Deus Caritas Est“. Und so sind die Hilfspakete „wie eine Pille für die verletzten Menschen auf dem Balkan und geben ihnen viel Hoffnung,“ schreibt ein Mitarbeiter der Caritas Kotor. Neben der Versorgung von Bedürftigen dient dieses lose Netzwerk der Nächstenliebe aber insbesondere auch als Lernfeld für Jugendliche, die eine soziale Sensibilität einüben wollen und so einen positiven Lebensentwurf aus dem Glauben entwickeln können. Insbesondere die Begegnung mit den Armen, den helfenden Freunden vor Ort und die Erfahrung „Helfen macht Freude“ hat viele Jugendliche und Erwachsene seither geprägt und über 5.000 Spenderfamilien der Region zum Spenden und
Helfen veranlasst. Unterstützung ist angesichts gestiegener Lebensmittelpreise und einer sich nur langsam verbessernden wirtschaftlichen Situation auch weiterhin notwendig. Lassen auch Sie sich für diese Hilfsaktion begeistern und unterstützen Sie unsere Projekte mit Ihrer Geld- oder Sachspende!

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